Notalune

Wie Notalune entstand

Als Junge habe ich etwa sieben Jahre Klavier gespielt. Dann ging das Leben andere Wege, und viele Jahre später, als meine Kinder anfingen, habe ich mich wieder ans Instrument gesetzt.

Die Grundlagen waren schwerer, als ich sie in Erinnerung hatte. Ich habe mir eine Tabelle mit allen Noten ausgedruckt und neben die Noten gelegt, vor allem für die hohen Töne über dem System und alles mit Vorzeichen. Und ich wollte keine Etüden spielen. Ich wollte Musik spielen, die ich mag, spät am Abend, einfach so. Eine schwierigere Seite Note für Note zu entziffern war aber so langsam, dass die Freude verschwand. Irgendwann habe ich aufgehört.

Ich wünschte mir etwas Einfaches: etwas, das auf den Takt vor mir schaut und mir die Noten sagt, damit ich prüfen kann, ob ich richtig rate, ohne den Abend dafür zu unterbrechen. Ich habe nach so einer App gesucht. Ich habe sie nicht gefunden. Also habe ich sie gebaut.

Die erste Idee war, die Namen in Echtzeit auf den Noten zu halten, einfach mit dem Telefon über die Seite fahren. Das war fast unmöglich und ehrlich gesagt auch die falsche Idee: Man verliert das Bild und damit die Stelle, an der man war. Notalune wurde stattdessen das, was sie heute ist. Lies den Takt, an dem du hängst, in ein paar Sekunden. Oder fotografiere die ganze Seite, oder importiere ein PDF, und übe eine Weile von der beschrifteten Seite. Danach blendest du die Namen aus und spielst ohne sie.

Für mich hat das funktioniert. Das Lesen kam schneller zurück, als ich dachte, und unterwegs habe ich endlich verstanden, was ich als Kind überhört hatte, warum Vorzeichen und Tonleitern wichtig sind. Ich habe meine Lieblingsstücke beschriftet und spiele heute Sachen, an die ich mich vorher nicht herangetraut habe. Und weil die App ehrlich zugibt, wenn sie sich nicht sicher ist, bleibe ich wach und korrigiere sie, und genau dabei lerne ich am meisten.

Wenn das jemandem in einer ähnlichen Lage hilft, oder in einer ganz anderen, freut mich das. Das kleine hölzerne Metronom habe ich hinzugefügt, weil ich zu Hause keines hatte und die kostenlosen voller Werbung nicht ertragen konnte. Dieses hier ist gratis. Viel Freude damit.

David Christian Lichtag, daylight.studio, Brno